Das bei den Bahnen mit Zahnstangen- und Adhäsions-Strecken bestehende Antriebsproblem: Wie sollen die Adhäsions- und wie die Zahnräder in Bewegung gesetzt werden? wurde bei den für die Visp-Zermatt Bahn ab 1890 gebauten Lokomotiven der Reihe HG 2/3 erstmals mit dem von Roman Abt entwickelten Triebwerk gelöst. Es sah zwei unabhängige Antriebssysteme vor. Je nach Traktionsart wird das eine oder das andere mit Dampf beaufschlagt. Die beiden Zylinder für den Adhäsionsantrieb liegen je links und rechts, aussen an der Lokomotive, die zwei für den Zahnradantrieb zwischen den Rädern.
Von der Reihe sind zwei Lokomotiven erhalten. Die Weisshorn stand während Jahren bei der Ems-Chemie als Rangierfahrzeug im Einsatz. Anschliessend kam sie nach Chur, wo sie während 23 Jahren vor dem Heroldschulhaus stand, ehe die ehemalige Lok der Visp-Zermatt Bahn (BVZ) von der Churer Schuljugend der Dampfbahn Furka-Bergstrecke geschenkt wurde. Eine Generalrevision wurde durchgeführt, bevor die Lok am 20. Oktober 1989 wieder auf der Bergstrecke als DFB Nr. 6 zum Einsatz gelangte. Eine Schwesterlok, die "Breithorn Nr. 7", steht bei der BVZ noch gelegentlich im Einsatz.